Färben

Wie bekannt, gibt es nebst den weissen auch schwarze Schafe sowie verschiedene natürlich braune Farbabstufungen. Der Wunsch nach weiteren Farben führte zu verschiedensten Techniken, die ganze, hochspezialisierte Handwerkszünfte umfasste, z.B. die Blaufärber.


In der Färbebranche unterscheidet man zwei Färbverfahren.
a) Direktziehende Farben, die im Wasser aufgekocht werden und die Schafwolle direkt in dieser Farbe einfärben.
b) Oxidationstechniken (Küpenfärberei), deren Farbherstellung normalerweise in einem Gärverfahren geschieht und wo sich die eigentliche Farbentwicklung erst durch Oxidation mit der Luft (Sauerstoff), nach dem Herausnehmen aus dem Färbebad entwickelt (z.B. Blau- oder Waidfärberei).
Meistens muss die Wolle aber durch eine Beizung auf den eigentlichen Färbvorgang vorbereitet werden. Das Karden umfasst eigentlich nichts anderes als das Kämmen, Ausrichten der Haare in einer Richtung sowie das Entfernen allfälliger zurückgebliebener Verunreinigungen. Dazu wird die gewaschene und allenfalls gefärbte Wolle flockenweise zwischen zwei mit feinen Nägeln versehenen Brettchen durchgezogen. Der gleichbenannte Blütenstrunk der Karde, einer Distelart, dient zur Kardierung (gleichmässiges Aufrauhen) des fertigen Gewebes, also zur Textilveredelung.

Nach diesem Arbeitsgang liegt ein in der Haarstruktur ausgerichteter möglichst gleichmässig dickes sog. Vlies vor. Dieses Vlies bildet nun die Ausgangsbasis für viele weitere Produkte.