Samariter gestern und heute

Der laufende Wechsel von inhaltlichen Zielsetzungen im Samariterwesen spiegelt sich getreu auch in unserem Verein wieder.

Anfänglich galt es, die Verwundeten wirkungsvoll zu verbinden, abzu-transportieren und in einer späteren Phase zu pflegen. Die alten ehrwürdigen Reglemente und Schautafeln strotzen von improvisierten Transportgeräten, Fixationen (Ruhigstellungen) von Körperteilen und von perfektionistischen Wickeltechniken, um den Patienten förmlich einzubandagieren. Der Helfergedanke war evident.

Die darauffolgenden zwei Weltkriege wandelten das Geschehen grund-legend. Wurden unsere Samariter zu Beginn des 1. Weltkriegs noch zur Produktion von Strohmatratzen angehalten, zeigten sich bereits bei der Grippe-Epidemie die Leistungsgrenzen der Armeesanität.

Zur Zeit des 2. Weltkriegs leisteten aktive Vereinsmitglieder Dienst in ASM (Armee-Sanitäts-Anstalten) und wurden als Hilfsgruppe (Detachement) in die Ortswehr integriert.

In den nachfolgenden Jahrzehnten kam der Einbezug in das wechselvolle Abwehr- und Schutz-Leitbild des Zivilschutzes und des KSD.

Aber bereits 1907 wurden Vereinsmitglieder zu Feuerwehrdiensten im Sanitätsbereich zugezogen. Dasselbe gilt wenige Jahre danach für das Seerettungswesen. Und fast schon logisch, dass es mehrheitlich Samariter waren, die den freiwilligen Krankenautodienst unserer Gemeinde über Jahrzehnte besorgten.

Ab 1973 wurden die Samaritervereine mit der Durchführung der neu geschaffenen, obligatorischen Nothilfekurse für künftige Automobilisten betraut. Und damit wurde ihnen ein neuer, sozusagen staatlicher Auftrag erteilt.

Spätestens hier zeigte sich der längst angebahnte Wandel vom leicht belächelten „Häkelverein“ zum ernstzunehmenden Fachverein; der Wandel von Hilfsfunktionen in Verwundeten- und Krankenpflege, zur Aus- und Weiterbildungsorganisation für Erste Hilfe. Der Helfer oder die Helferin übernahm nun die volle Verantwortung bei der zu erbringenden Ersten Hilfe.

Die Entwicklung setzte sich in der Folge fort. Weitere, noch vor wenigen Jahren nur ausgewiesenen Fachspezialisten erlaubte Hilfstechniken, wie zum Beispiel, CPR (im Volksmund äussere Herzmassage) werden heute in öffentlichen Samariter-Grund- und Weiterbildungskursen allgemein gelehrt.

Was die Zukunft für die Samariter bereithält, ist offen, Unfälle und akute Erkrankungen in verschiedenen Bereichen wird es immer geben. Zunehmend könnten sich aber die fachpflegerischen Bereiche wiederum zu einem Schwerpunkt entwickeln, wird doch unsere Bevölkerung immer älter, und damit ist die überproportionale Zunahme von Alters- und Abnützungsgebrechen verbunden, die einer intensiven Betreuung bedürfen.