Samariter / Rotes Kreuz / Henry Dunant / Solferino

Alle diese Namen rufen mehr oder weniger starke Erinnerungen in uns wach. Aber wie stehen die einzelnen Fakten zueinander?

Henry Dunant war ein Genfer Geschäftsmann, der die Schlacht zwischen französisch- sardinischen und österreichischen Truppen bei Solferino in Italien beobachtete. Die Grässlichkeit der zigtausend Verwundeten und Sterbenden hinterliess beim jungen Geschäftsmann einen tiefen Eindruck. Da bei diesen neuartigen Massenschlachten mit ihren neuen Waffen und Truppenstrategien noch kein genügender Rettungsdienst und keine Verwundetenpflege vorhanden war, verbluteten buchstäblich Tausende auf dem Schlachtfeld.

Zusammen mit einigen gutsituierten Genfer Persönlichkeiten erreichte Dunant, dass seine Idee eines weltweiten Hilfswerkes zur freiwilligen und unparteilichen Verwundetenpflege zu Papier gebracht wurde.
Dunants Ideen führten dank Einflussnahme bedeutender Zeitgenossen schrittweise zur Gründung des Internationalen Roten Kreuzes und seiner humanitären Satzung. Nach der Konstituierung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz am 17. Februar 1863 verbreitete sich das Gedankengut der Ersten Hilfeleistung sehr rasch. Ende des 19. Jahrhunderts fanden in der Schweiz und in den Nachbarländern viele Gründungen freier Vereinigungen zur Leistung von "Erster Hilfe" statt. Am 1. Juli 1888 wurde der Schweizerische Samariterbund in Aarau gegründet.

Das Symbol des biblischen Gleichnisses vom "Barmherzigen Samariter", vom helfenden Mann aus Samaria, hat weltumspannend ausgestrahlt.

Ebenso das Motiv des Heiligen Martin von Tours, der seinen Reitermantel mit einem Bettler teilte, hat Menschen über Jahrhunderte hinweg zum verantwortungsbewussten Handeln mit menschlich sozialer Gesinnung bewogen.
In diesem Sinn und Geist wurden um die Jahrhundertwende viele lokale Samaritervereine gegründet, unter anderen auch am 6. Juni 1898 der Samariterverein Küsnacht am Zürichsee und Umgebung.