Nachkriegszeit 1945-1960

Nach Kriegsende setzt der Bundesrat die: Konzession der SRG wieder in Kraft und gibt damit auch den Trägerschatten ihre vollen Rechte zurück. Der in seinem Ansehen erstarkte Landessender Beromünster setzt seine Tätigkeit fort.
Im technischen Bereich entwickelt sich das Medium Radio rasant: Eine zweite Senderkette wird aufgebaut, Sendungen werden neu auf UKW ausgestrahlt, Transistoren lösen Radioröhren ab, handliche Transistorradios werden in Gross-Serien hergestellt, Strom aus der Batterie macht die Radiogeräte mobil: das Zweitradio (als portables Gerät oder im Auto) kommt immer mehr in Mode.

1945

Das neu formierte „Studio-Orchester Beromünster“ nimmt seine Arbeit unter der Leitung von Dr. Hermann Scherchen im Studio Zürich auf.
Die erste Ausgabe der Aktualitätensendung „Echo der Zeit“ wird ausgestrahlt. Sie ist bis heute die wichtigste politische Hintergrundsendung geblieben.

1946

Gründung der Innerschweizerischen Radiogesellschaft (heute: Innerschweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft, IRG). Gründung der Cumünanza Radio Rumantscha (heute: Cumünanza Rumantscha Radio e Televisiun, CRR).
Start der Sendungen „Von Frau zu Frau“ aus dem Studio Zürich. Englischkurs mit Mary Hottinger-Mackie mit dem Titel: Do you speak English?

1947

Werner Hausmann lanciert in der deutschsprachigen Schweiz die Glückskette. Die Idee stammt von seinem welschen Kollegen Roger Nordmann.

1948

Dem Schweizer Radio ist die Produktion aller Reportagen über die Olympischen Winterspiele in St.Moritz anvertraut.
Die Studios erhalten kleine Reportagewagen und erste transportable Magnettonbandgeräte des Typs Sound-Mirror (mit einem Gewicht von ungefähr 30 kg).

1949

Beginn der internationalen Sendung „Gespräche über die Grenze“ zwischen Deutschland- Frankreich- England-Schweiz.
Vermehrt werden Berichte von Korrespondenten im Ausland ausgestrahlt: Heiner Gautschy, Theodor Haller, Hans 0. Staub werden zu wichtigen Identifikationsfiguren. Erste Versuchssendungen im Ultrakurzwellen-Bereich (UKW) starten.

1950

Das Magnetton-Aufnahmeverfahren setzt sich durch.
Das neue Radiostudio Bern an der Schwarztorstrasse wird eingeweiht.

1951

Alle Studios werden an das schweizerische Fernschreibernetz angeschlossen. Dies ermöglicht eine wesentlich raschere Information der Hörerinnen und Hörer in den Bereichen Sport und Polizeinachrichten. Nach wie vor bleiben aber die Nachrichtenbulletins allein Sache der SDA. Die ersten Fernseh-Empfangskonzessionen werden erteilt.

1952

Inbetriebnahme des ersten UKW -Senders auf dem St. Anton (AI). Der alte Landi-Sendeturm findet dabei wieder Verwendung.
Die Radiogenossenschaft Basel nimmt in Münchenstein den ersten befristeten Fernseh- Versuchsbetrieb auf.

1953

Start des offiziellen Fernseh- Versuchsbetriebs im Studio Bellerive in Zürich.
Der Bundesrat erlässt eine neue Konzession. SRG (Programm) und PTT (Übertragungs-Technik) werden gleichberechtigte Partner.
Erstmals werden Transistorbauteile an Stelle von Röhren verwendet. Dies ermöglicht massive Gewichts- und Grössenreduktionen bei Empfangsgeräten; die neuen Bauteile verringern zudem wesentlich den Strombedarf. Der Weg ist damit frei zum mobilen Transistor-Radio mit Batteriebetrieb.
An einer internationalen Rotkreuz-Sendung zum 125. Geburtstag von Henri Dunant nehmen 19 Länder auf 5 Kontinenten mit mehr als 30 Millionen Hörerinnen und Hörern teil.
Die ersten tragbaren und netzunabhängigen Nagra-Tonbandgeräte werden eingeführt.

1954

Die Trägerschaft CRR ( Cumünanza Rumantscha Radio e Televisiun) wird in die SRG aufgenommen.

1956

Einführung des 2.Radioprogramms (mit stundenweisen Sendungen) auf UKW.
Der Kurzwellendienst kann die während des Ungarn-Aufstands abgerissene Verbindung zwischen dem IKRK und dem ungarischen Roten Kreuz wieder herstellen: Die Luftbrücke Budapest-Wien wird eingerichtet.

1957

Der vorgeschlagene Verfassungsartikel über Radio und Fernsehen wird vom Volk abgelehnt.

1958

Beginn des definitiven Fernseh-Sendebetriebs in Zürich und Genf. Die Mehrzweck-Sendeanlage auf dem Säntis wird in Betrieb genommen. Der UKW-Empfang in der Ostschweiz wird damit wesentlich verbessert.

1959

Radio Beromünster berichtet erstmals laufend und zum Teil direkt über die National und Ständeratswahlen. Im Dezember werden die Bundesratswahlen direkt übertragen.

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Radiosendung um 1960
Das Radio hat sich zu einem Informations- und Unterhaltungs- medium entwickelt. Das grosse Programmangebot aus dem In- und Ausland ermöglicht die individuelle Auswahl des Senders.