Erste Post in Zürich

Im Haus «Zum roten Gatter» Münstergasse 23 in Zürich, wurde im Auftrag der Zürcher Kaufleute durch die Gebrüder Hess 1610 ein erstes Postbüro eingerichtet. Nebst den bereits bestehenden Routen wurden insbesondere die Gotthardlinie und sicher ab 1655 ein Botenkurs von Zürich nach Chur unterhalten.

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Im Haus «zum Roten Gatter» richteten die Gebrüber Hess 1610 im Auftrag der Zürcher Kaufleute das erste Postbüro von Zürich ein.

Die Zürcher Regierung übertrug 1662 den gesamten Postbetrieb inkl. Amtspost der «Hess'schen Post». die unter der Aufsicht des von den Zürcher Handelsleuten gegründeten Kaufmännischen Direktoriums stand.

Schon 1645 wurde den Boten das Tragen der Zürcher Standesfarben erlaubt, und sie erhielten obrigkeitlichen Schutz. Der Staat verzichtete auf jegliche Einmischung und genoss dafür Portofreiheit.

Ab 1666 verbanden wöchentliche Botenkurse Zürich mit den größeren Städten, so auch mit Winterthur, Schaffhausen (zweimal wöchentlich), Konstanz, Rapperswil, Glarus, Chur, Zurzach, Basel, Bern und Genf. Im Jahre 1710 erhielt Zürich seinen ersten Briefträger der eine jährliche Besoldung von 52 Gulden bezog. Nachdem die bisherigen «Messagerien» als Maulesel-Transporte durchgeführt worden waren, eröffnete man um 1710 eine erste Postwagenverbindung zwischen Bern und Zürich, womit auch die regelmäßige Postbeförderung von Reisenden begann. Diese Linie wurde 1740 bis Schaffhausen verlängert. Nun wollte aber auch St. Gallen nicht zurückstehen und beauftragte 1741 den Ochsenwirt Näf in St. Gallen mit der Führung eines zweirädrigen Postkabrioletts mit zwei Plätzen zwischen Zürich und St. Gallen. Auch Basel wurde ab 1773 und Konstanz ab 1790 durch eine Postkutsche mit Zürich verbunden.

Der vermehrte Postbetrieb konnte nun nicht mehr in den engen Räumen des Posthauses «Zum roten Gatter» bewältigt werden. So mietete das Kaufmännische Direktorium zusätzlich das Erdgeschoss des Hauses Ecke Münstergasse/ Spiegelgasse. 1762 erklärte der Stand Zürich das Postwesen als Staatsregal und verlegte das Oberpostamt in die Häuser «Zum Schäppeli» und «Zum grauen Mann» an der Münstergasse. Das Postamt verblieb in diesen Räumen bis 1838.

Teile der Zürcher Kaufmannspost blieben faktisch bis zur Helvetik 1798 bestehen, obwohl 1762 der Stand Zürich das Postwesen zum Staatsregal erklärte.
Die damalige Postverbindung der Zürcher Post zwischen Zürich und Chur blieb vom Anfang des 17. Jh. bis zur Helvetik mehrheitlich gleich. Das heißt: So weit wie möglich wurden die Wasserwege genutzt. Aus Sicherheitsgründen wurde im Uferbereich gefahren. So erreichten die Boote von Zürich Richtung Chur dem rechten Seeufer entlang Rapperswil. Die anfänglich eingesetzten Fußboten wurden nach und nach durch berittene Boten ersetzt.