Die Botenkurse

Der von David Sulzer am 11. Juni 1823 geschriebene Brief wurde — gestützt auf historische Quellen — vom Zürichbott Jakob Schoch von Küsnacht nach Zürich ins Oberpostamt «Zum Grauen Mann» in der heutigen Münstergasse Nr. 19 gebracht. Deshalb, und weil Küsnacht erst im Jahre 1837 ein eigenes Postlokal erhielt, ist kein Küsnachter Stempel auf dem Briefumschlag zu sehen. Nur der Stempel Zürich und die Taxe à 2 Rappen, welche von Hand mit einem Rotstift angebracht wurde, ist vorhanden. Ist nur eine handschriftliche Zahl sichtbar, besorgte die Kantonalpost die gesamte Beförderung. Wenn zwei oder mehrere Taxzahlen vorkommen, handelt es sich um verschiedene Postdienste, welche für die Beförderung der Briefschaft verantwortlich waren.

Ebenso handelte es sich oft um verschiedene Währungen. z. B.:
1 Franken = 100 Rappen = 10 Batzen = 4 Kreuzer
1 Zürcher Gulden entsprach 2/3 Schweizer Franken
1 Gulden = 40 Schillinge = 480 Heller

Diese komplizierten Verhältnisse besserten sich nach und nach mit der Einführung des eidg. Münzgesetzes ab 1850. Die damaligen Postboten mussten daher gut kopfrechnen können: einerseits bei der Briefzustellung, da der Empfänger das Porto zu entrichten hatte; andererseits bei der sog. «Auswechslung» der Postsache mit anderen Postdiensten, dies geschah in Auswechselbüros im Grenzgebiet der jeweiligen Postdienste.