Verkehrsmittel vor hundert Jahren

Die seinerzeitigen Hauptverkehrsmittel waren die eigenen Füsse. Man «ging» im wahrsten Sinne des Wortes in die Stadt, um einzukaufen. Wir als Seeanstösser konnten natürlich von der Schiffahrt profitieren und das an Markttagen verkehrende Schiff benutzen. Ab 1835 konnten dann unsere Vorfahren bereits das Dampfschiff «Minerva» besteigen, sofern das nötige Kleingeld vorhanden war.

Einen grossen Vorteil brachte die 1838 bis Küsnacht fertiggestellte Seestrasse. Nun konnte der Warenverkehr endlich, ohne mühsames Umladen, direkt per Ochsen- oder Pferdefuhrwerk in die Stadt gefahren werden. Obwohl hier am rechten Seeufer Wein angebaut und gekeltert wurde, war seit altersher ein vielfältiges Handwerksgewerbe ansässig. Diese vielseitigen Gewerbebetriebe waren als Lieferanten für die nahe Stadt ausgerichtet. Vom Küefer (Fasshersteller), Schreiner, Zimmermann über Ofenbauer bis hin zum Büchsenmacher (Gewehre) war alles vertreten.

Trotzdem waren in manch kaltem oder schneereichem Winter die bestehenden Verkehrswege beschwerlich oder zeitweise unpassierbar.

Die Eisenbahn bot da neue Möglichkeiten.Wohl ist die Bahn an die Schiene gebunden, kann somit nicht ausweichen oder einen stehengebliebenen Zug überholen. Sie ist aber von robuster Bauweise und grösstenteils wetterunabhängig.

Dies zeigte sich bereits mit der ersten Eisenbahn unseres Landes, der «Spanisch-Brötlibahn» von 1847, die bei jedem Wetter das beliebte Gebäck aus Baden nach Zürich transportierte. Einzig technische Mängel liessen die Brötchen streckenweise «altern»; rund hundertfünzig Jahre später ist dies auch bei der S-Bahn noch nicht ganz ausgeschlossen.