Nützlich oder schädlich?

Die einheimischen Fledermausarten fressen alle Insekten sowie auch Spinnen und Tausendfüssler. Das heisst, sie vertilgen im Laufe eines Fledermauslebens und - viele Arten können mehrere dutzend Jahre alt werden - eine Unmenge von den ach so geliebten Nachtschwärmern, Stechmücken etc.
Fliegen ist eine überaus energiezehrende Fortbewegungsart. Zudem sind Fledermäuse kleine Tiere. Je kleiner der Säugetierkörper, desto ungünstiger das Verhältnis von Körperoberfläche zu Körpervolumen. Dies führt zu gewaltigem Wärmeverlust. Fledermäuse sind darum Energiesparkünstler geworden.
In Ruhe sind sie in der Lage, ihre Körpertemperatur der Umgebungstemperatur anzugleichen, die Atmung und Herzschlagfrequenz zu drosseln und so ihren Energieverbrauch zu minimieren. Im Gegensatz etwa zu Spitzmäusen, welche konstant auf Nahrungssuche sind, um nicht zu verhungern, überdauern Fledermäuse kühle und darum nahrungsarme Tage in Tagesschlaflethargie.
Eine Fledermaus frisst daher in einer Nacht wenn möglich bis zu einem Drittel ihres Körpergewichtes an Insekten.

Lange nicht alle Insekten lassen sich aber einfach fangen. Der grosse Bären-spinner (Nachtfalter) zum Beispiel hat in seinem Körper Cyanid (Gift) eingelagert. Wird er von einer Fledermaus beschallt, klickt er hörbar im Ultra-schallbereich und signalisiert den Verfolgern seine Ungeniessbarkeit.
Andere Falterarten lassen sich, sobald sie in einen Echopeilstrahl geraten, 30 bis 100 cm nach unten fallen oder fliegen richtige Loopings.
Nur - Fledermäuse sind kluge, lernfähige Tiere und erwischen trotz diesen Flugkünsten auch oftmals diese cleveren Insekten.

Generell dürfen wir unsere Fledermäuse, auch wenn sie nur Insekten fressen - und nicht wie anderen Orts blütennektarsaugende Arten, die damit auch Pflanzen bestäuben - als überaus nützlich bewerten.
Was eine Vielzahl von insektenfressenden Vögeln tagsüber unermüdlich tut, wie zum Beispiel die Schwalben, wird nachts durch die Fledermäuse fortgesetzt.

Fledermäuse können aber nur dort jagen, wo sie sich auch orientieren können. Für Ihre Echopeilung brauchen die Fledermäuse Bodenerhebungen, Bäume, Hecken, generell strukturiertes Gelände. Fehlen diese Strukturen, so kann sich die Fledermaus nicht orientieren und wird diese Gegenden meiden. Dies ist einer der Hauptgründe für das örtliche Aussterben von Fledermäusen, nebst anderen Faktoren wie dem überproportionalen Einsatz von Insektiziden.