Braunes Langohr

Plecotus auritus

Langohren haben riesige Ohren, weil sie Flüsterfledermäuse sind. Ihre Ultraschallpeilrufe sind nur ganz leise. Diese Flüsterrufe genügen jedoch vollauf, denn Langohren fliegen ganz nahe entlang von Strukturen, etwa entlang von Gebüschen, Baumstämmen und knapp über der Wiese. Dank ihren grossen Ohrmuscheln entgeht ihnen keine Echo einer krabbelnden Beute. Raupen, Spinnen und «Ohremüggel» schnappen sie dann im Rüttelflug, in der Luft an Ort stillstehend, vom Untergrund weg. Ihre Leibspeise sind Falter. Mit diesen grossen Beutetieren fliegen sie an einen windgeschützten Ort und fressen sie im Hängen. Wenig schmackhafte oder energetisch unergiebige Teile wie Flügel, Fühler und Beine lassen sie beim Fressen einfach zu Boden fallen. Aus solchen Frassplatzresten lässt sich auf die Menukarte von Langohren schliessen.

Langohren verstecken sich tagsüber gerne in Estrichen. Allerdings sieht man sie dort selten frei am Gebälk hängen, denn sie zwängen sich gerne in Spalten und Ritzen. Erst vor dem abendlichen Ausflug drehen sie im Estrich Aufwärmrunden und lassen dabei auch einige «Chegeli» fallen welche dann dem Hausbesitzer auffallen!

In Küsnacht kennt man Langohrverstecke beispielsweise in Estrichen auf dem Limberg oder im Oberriet. Sicher sind noch viele andere Estriche von diesen «Osterhasen» unter den Fledermäusen besiedelt. Ein Blick in den eigenen Estrich lohnt sich, denn «Chegeli» verraten die heimlichen Untermieter schnell. Kennen auch Sie solche Fledermauskoloniestandorte? Helfen Sie uns weiter und melden Sie uns bitte Ihre Beobachtungen (siehe Gemeindeplan und Meldekarten).


Braunes Langohr (Plecotus auritus) © SSF - Stiftung zum Schutze unserer Fledermäuse in der Schweiz, Quelle: www.fledermausschutz.ch

Jeden Morgen liegen vor der Garage oder beim Windfang zum Hauseingang Falterflügel. Was hat das zu bedeuten? Es ist die Ökovisitenkarte von Langohrfledermäusen. Ihre Beute fressen sie im Hängen in einer windgeschützten Nische. Was ihnen nicht mundet, lassen sie zu Boden fallen: Flügel, Fühler, Beine - und ab und zu auch ein «Chegeli».

[Foto: SSF - Stiftung zum Schutze unserer Fledermäuse in der Schweiz www.fledermausschutz.ch]