Karte und Relief

So technisch komplex die Entstehung eines Kartenwerkes ist, so enorm schwierig ist es, aus einem reduzierten, vereinheitlichten Kartenausschnitt wieder eine natürlich wirkende, dreidimensionale Landschaft zu gestalten.Dies zeigt sich hier, an diesen kleinen Kartenausschnitten. Diese original handgemalten Karten zeigen nebst vielerlei Details auch die zwangsweise Reduktion auf wesentliche Merkmale unserer Landschaft. Zum Beispiel werden Felspartien nicht durch Höhenlinien sondern durch raffinierte Schraffuren dargestellt.

Der professionelle Reliefbauer muss also diese Felspartien sozusagen wieder erfinden. Ob ihm dies gelingt, hängt im wesentlichen von seinen bildhauerischen Fähigkeiten und seinen Kenntnissen von Morphologie und Textur des jeweilig anstehenden Gesteins ab.Dass Eduard Imhof dabei zu den perfektesten «Umsetzern» gehörte, zeigen seine zwei Bergreliefs, Windgälle (als Kalkgipfel) und Bietschhorn (als Granitgipfel, hier ausgestellt) die er für die Landesausstellung 1938/39 geschaffen hat.Die einfache Umsetzung zwischen zweidimensionaler Karte und dritter Dimension zeigt dieses Stufenrelief des vertrauten Uetliberg's. Bereits diese einfache Darstellungsart hilft uns, eine dreidimensionale Ansicht, dieser durch Gletscher in weiche Formen geschliffene Landschaft, in unseren Köpfen entstehen zu lassen.