Der Kartograph Eduard Imhof

1895 – 1986

Eine gemeinsame Ausstellung der Ortsmuseen Erlenbach und Küsnacht

Wer von uns kennt diesen Namen nicht, beinahe jeder hatte schon seinen Schulatlas in den Händen. Hier in den beiden Gemeinden Erlenbach und Küsnacht kannten ihn viele Bürgerinnen und Bürger persönlich. Mehr als vierzig Jahre hat er zusammen mit seiner lieben ihn unterstützenden Familie, in unserer Nähe gelebt und gewirkt.

Die grosse, Ruhe und Integrität ausstrahlende Figur hatte für viele die ihn etwas näher kannten, etwas ungemein faszinierendes. Denn nur allzuschnell vermutet man hinter dem Beruf «Kartograph» eine etwas «allzu genau nehmende» Persönlichkeit. Nicht so bei Eduard Imhof, nach den ersten Sätzen verspürte man seine Weltoffenheit und fächerübergreifende Erfahrung. Dass er der schweizerischen Kartographie unschätzbare Dienste erwiesen hat und sie technisch und insbesondere visuell auf eine nie dagewesene Blüte emporhob mag vielen bekannt sein. Weniger bekannt ist, dass er die unschätzbare Gabe besass komplexe Zusammenhänge auch Laien nachvollziehbar zu vermitteln.

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Etwas das mich persönlich immer faszinierte, ist wohl die einmalige Symbiose von akribischer Genauigkeit und künstlerischem Umsetzungsvermögen. Denn nur so sind die enorm plastisch wirkenden Kartenwerke, die wir heute als beinahe selbstverständlich betrachten, überhaupt möglich geworden.

Dass das künstlerische Schaffen dann nicht nur im Zweidimensionalen sondern auch in der dritten Dimension meisterhaft von ihm beherscht wurde, zeigen die von seiner Hand gestalteten Gebirgsreliefs. Die zwei hier gezeigten Relief's mögen als Beispiel dienen.

Dass wir Ihnen heute diese Gedenkausstellung zu seinem 100 Geburtstag zeigen können, ist nebst verschiedener Leihgeber und der Unterstützung der beiden Gemeinden, aber insbesondere durch die grossartige Unterstützung seiner Witwe Frau Viola Imhof ermöglicht worden. Ihr sei an dieser Stelle ganz herzlich gedankt.



Wir wünschen Ihnen beim Betrachten der von Eduard Imhof geschaffenen Werke viel Inspiration und Vergnügen. Mögen die Exponate als Gedenken an ein erfülltes Leben, andererseits uns, als Anregung zur Betrachtung unserer Umwelt aus einem neuen Blickwinkel dienen.


Für das Museumsteam


Ursula Rentsch, Konservatorin Erlenbach

Christoph Schweiss, Konservator Küsnacht