Unsere Erde

ein Jahrmillionen altes Gebilde,
das steter Änderung unterworfen ist

Die steinerne Kruste, die die gesamte Erdkugel umschliesst, besteht aus verschiedenen Platten, die sich gegeneinander verschieben. Die Oberfläche selbst wird durch auf- und abbauende Kräfte laufend neu gestaltet.

Infolge ihrer Gestalt, ihrer inneren Struktur, ihrer Eigenbewegung sowie die ihres Trabanten - des Mondes - kann unsere Erde praktisch nie zur Ruhe kommen.


Die Oberflächengestaltung wird beeinflusst durch das Aufeinanderprallen oder Auseinanderdriften von grossen, teils Kontinente umfassenden Krustenschollen, die sich, "wie Toastbrocken auf zähfliessendem Honig" verhalten. Dort, wo sie sich voneinander weg bewegen, steigt neues, an der Oberfläche erstarrendes Gestein aus der Tiefe. Beim Aufeinandertreffen zweier Platten kann beispielsweise die eine zum Abtauchen ins Erdinnere gezwungen werden, wo sie, durch die in der Tiefe herrschende Hitze, langsam aufschmilzt. Oder zwei Platten stossen zusammen, wobei ganze Gebirgszüge aufgetürmt werden. So entstanden unsere Alpen durch das Aufeinandertreffen der afrikanischen und europäischen Platte. Sie steigen noch heute um 0,5 mm bis 1,8 mm jährlich auf, werden aber gleichzeitig durch Wind und Wetter um durchschnittlich dasselbe Mass abgetragen.


Die zweite gestaltende Kraft ist die Erosion.

Wechsel zwischen Kälte und Hitze zermürbt jedes Gestein. Wasser sickert in kleinste Ritzen und sprengt, wenn es bei Kälte gefriert, durch die damit zusammenhängende Volumenvergrösserung den härtesten Granit. Pflanzenwurzeln dringen in tiefe Schichten ein und laugen das Umgebungsgestein langsam aus. Der Bach rollt den groben, kantigen Stein ins Tal und zerkleinert und rundet ihn dabei fortwährend.

Trockener Sand und Erde werden durch heftige Windböen hochgewirbelt und über weite Strecken verlagert. So kann es z.B. auch heute vorkommen, dass wir auf unserem Auto einen gelb-rötlichen Staubfilm vorfinden - was nichts anderes als feinster, verfrachteter Saharasand ist.


Fachleute unterscheiden drei grosse Familien von gesteinsbildenden Faktoren. Es sind dies:

- Magmatische- oder Erstarrungsgesteine. Sie bestehen aus Gesteinsschmelze. Die ursprünglich bei hoher Temperatur gebildet wurde. Sie können sowohl an der Oberfläche (Lava) wie auch in grosser Tiefe entstanden sein.

- die grosse Familie der Sedimentgesteine. Sie beinhaltet alle nur möglichen Formen der Wiederverfestigung von abgetragenem Gesteinsmaterial sowie Gesteine, die sich teilweise oder gesamthaft aus organischen Überresten zusammensetzen. Beispiele für Sedimentgesteine sind z.B. Nagelfluh, Sandstein oder Kalk.

- die Metamorphen Gesteine. Wie das Wort "Metamorph = Umwandlung" sagt, handelt es sich dabei um bereits bestehende Gesteine, die unter starkem Druck und hoher Temperatur umgebildet wurden. Klassische Beispiele dazu sind die verschiedenen Gneisarten (Tessiner Granit) und kristalliner Schiefer. Der Granit kann als magmatisches oder metamorphes Gestein gebildet werden.


Soweit zu den Gesteinen. Es ist nach dieser Aufzählung eigentlich nahe liegend, dass in den magmatischen Gesteinen keine und in den metamorphen Gesteinen nur selten Fossilien gefunden werden. Denn durch Druck und Hitze werden allfällige Lebensspuren bis zur Unkenntlichkeit vernichtet.

Fossilien finden sich in Sedimentgesteinen als Einlagerung. Sie können aber auch die Hauptsubstanz ganzer Gesteine bilden. Nur erkennen wir diese Gesteinsbestandteile meist nicht mehr als Fossilien, da es sich mehrheitlich um mikroskopisch kleine Kalkskelette handelt, z.B. die Foraminiferenkalke, einzellige meeresbewohnende Schalentiere.