Fossilien - sind sie nützlich?

Fossilien können zum Teil wunderschön und etwas geheimnisvoll sein - aber schön und auch schwer, genügt das? Seit mehr als hundert Jahren und bis heute sind Gelehrte und interessierte Laien, im Schweisse ihres Angesichtes, auf der Spur solcher Überreste von früheren Lebewesen. Handelt es sich dabei um "Spinner" und "Sammelwütige" oder ergibt die ganze Sache einen Sinn?


Ja, es steckt in verschiedenen Bereichen sehr wohl ein Sinn hinter dieser Fossilien-Suche.

Nachdem Darwin seine Evolutionstheorie, nämlich die zeitliche Abfolge verwandter ähnlicher Lebensformen einer Art, postuliert hatte, wurden sehr bald an Hand verschiedener Tierarten solche Abfolgereihen zusammengestellt.

So konnte etwa, stark vereinfacht, in verschiedenen Steinbrüchen die gleiche Muschelart in verschiedenen zeitlichen Abfolgen gefunden werden. Schrittweise stellten Wissenschafter Reihen solcher eng verwandter, häufig vorkommender Arten zusammen, die sich in geologischen Zeiträumen rasch verändert hatten. Diese wissenschaftlich genau beschriebenen Tierarten nennt man Leitfossilien.

Solche Artenreihen wurden seit dem 19. Jahrhundert z.B. im Bergbau und auch heute zur zeitlichen Grobklassifizierung von Gesteinsschichten beigezogen. Denn gleichartiges Gestein kann, an verschiedenen Orten, unterschiedlich alt sein. Leitfossilien zeigen uns das ungefähre Alter einer Gesteinsabfolge an.

Die sogenanten Fascies- oder Oekofossilen können uns über ihren Lebensraum (z.B. Korallen) und/oder ihre klimatischen Bedingungen (z.B. Farne) Wesentliches mitteilen.

Heute sind es eher die mikroskopischen Kleinfossilien, die die Wissenschafter interessieren. Denn man kann mit Hilfe von Fossilien nicht nur das Alter, sondern auch das ökologische Bildungsmilieu (umweltbedingte Entwicklungsmöglichkeiten) bestimmen. Dieses spielt bei der Suche nach Erdöl und Erdgas eine grosse Rolle.