BischofsstabUnter dem Krummstab ist gut leben

In dieser Redewendung verbirgt sich die Lebenserfahrung vieler Generationen.

Heute wird sie vielfach so interpretiert, dass die klösterlichen Steuern (beim Krummstab handelt es sich sinnbildlich um die Hoheit des Klosterabtes mit seinem Grundbesitz und seinen Rechtstiteln) im Vergleich zu denen weltlicher Herren moderat gewesen sind.

Das trifft wohl zu, aber das effektiv Lebenswerte war die Kontinuität.

Zudem funktionierte der seit dem frühen Mittelalter gebundene Sozialpakt mehrheitlich sehr gut. Er verpflichtete das Volk zu bestimmten Leistungen (Fronarbeit und Steuern) gegenüber dem Grundherrn. Dieser bot ihm als Gegenleistung Sicherheit, grenzüberschreitende Logistik und – nicht zu unterschätzen – Nahrungs- und Altersvorsorge.

Unter wechselnder weltlicher Herrschaft wurden diese grundlegenden Verpflichtungen oft vernachlässigt und es wurden ihnen kurzfristige finanzielle Erwägungen vorgezogen.