1860 — 1880

Von den freiheitlichen Bestrebungen, den politischen und gesellschaftlichen Errungenschaften können die Frauen noch nicht profitieren. Die wohlerzogene Bürgerstochter bewegt sich im häuslichen Kreis der Familie.


Es liegt an den Frauen, mittels Putz und aufwendigen Krinolinen, Rang und Wohlstand des Ehemannes zu repräsentieren. Die Erfindung des Stahlreifenkäfigs ersetzt die zahlreichen Unterröcke.


Um 1860 wird Mode erstmals von einem Couturier kreiert, dem gebürtigen Engländer Charles Frederick Worth, der sich in Paris niedergelassen hat. Bis dahin hatten meist unbekannte Geschäfte ihre Kleider angeboten, die je nach Beliebtheit beim wohlhabenden Publikum Moden hervorbrachten.


Nach dem Überschwang der Formungen und Verzierungen bringen die späteren achtziger Jahre neue Strenge in die Mode: die Kleider haben noch immer geschnürte Oberteile, die langen Röcke dagegen sind schmal.


Die Reduktion auf die spätere Mutterrolle ist von der Gesellschaft fest definiert. Diskrete, dunkle Töne gebieten Sitte und Anstand, gelegentlich darf es aber auch schon etwas mehr sein . . .