Kreuzzug

Als Papst Urban um 1096 zum Ersten Kreuzzug, zur Befreiung der heiligen Stadt Jerusalem unter dem Slogan «GOTT WILL ES» aufrief, waren sicherlich nicht nur religiöse Gedanken die Triebkraft.

Im nahen Osten hatten türkische Heere unter anderem die Pilgerstadt Jerusalem 1078 erobert. Damit wurden die Machtveränderungen in dieser Weltregion auch für Rom offensichtlich. Bislang hatte Byzanz (das christliche Ostrom) wohl oft um militärische Hilfe gebeten. Brandeten doch die türkischen Heere mit gewaltiger Kraft an die Grenzen des alten byzantinischen Reichs, und in Richtung dessen Hauptstadt Konstantinopel.

Rom, also der Westkirche, war dieser Umstand, einer bedrängten Ostkirche nur eben Recht. Das römische Papsttum hatte im 11.Jarhundert um seine Vormachtstellung zu ringen, entwickelten sich doch in Mitteleuropa und in England/Schottland mächtige Königreiche, deren Regenten sich durchaus ebenbürtig mit einem Papst einstuften.

Die Kirche selbst befand sich in einer Art «End-Zeit-Stimmung», viele erwarteten in Kürze das jüngste Gericht. Wie konnte man sich von dem befleckten, sündhaften Leben reinigen, schlicht: es waren Ziele/Inhalte gefragt um die man auch an vielen Konzilen rang.

Das reale politische Leben des Adels zeigt über weite Gebiete ein ähnliches Bild, das der Übervölkerung. Viele der kinderreichen Adelsfamilien lagen im Streit. War doch das zu rodende, namen- und besitzlose Land bereits verteilt, grössere Landflächen durch Erbteilungen zerstückelt.
Zweit- und Drittgeborene Adlige gingen daher standesgemäss auf «adventür». Zu gut deutsch, strolchten solche mittel- und landlose Ritter durchs Land, lebten von der Hand in den Mund, verdingten sich gegen wenig Geld für brutalen Kriegsdienst usw.

Mit verschiedenen Mitteln wurde versucht den aus diesen Umständen resultierenden dauernden Lokalkriegen Einhalt zu gebieten. Zum Beispiel wurden kriegslose Monate deklariert, damit die heimgesuchte, geplünderte Landbevölkerung doch immerhin die allernotwendigsten Erntearbeiten hätten durchführen können.

Die aufstrebende Wirtschaftsmacht Venedig wird die politische Veränderung zu Gunsten der türkischen Machthaber sicherlich negativ bemerkt haben. Auch Sie werde beim Papst in Rom wie auch bei weltlichen Herrschern versucht haben Druck gegenüber dem türkischen Expansionsdrang aufzubauen.
Denn wir wissen, dass in dem neuen türkischen Riesenreich noch nicht genügend Ruhe eingekehrt war um den Handel wieder aufblühen zu lassen und die bislang sicheren Pilgerwege für alle Gläubigen (Muslim, Juden, Christen) wiederherzustellen.

So geschah es, dass der Kreuzzugs-Aufruf von Papst Urban einen gewaltigen Strom von Menschen in Richtung heiligen Landes auslöste.
Wo dieses Heilige Land, wo die heilige Stadt Jerusalem liegt, wusste kaum jemand oder wüssten wir heute den Fussweg, zwischen Bubikon und Jerusalem? Aber man bewegte sich auf dem Weg zur Erlösung. Hatte doch der Papst denen die das Kreuz auf ihr Kleid nähten und sich auf dem Weg machten, Sündenerlass versprochen.

Dieser Erste und die nachfolgenden Kreuzzüge aus heutiger Sicht Plünder-, Massaker Wirtschafts- und Glaubenskriegszüge in Richtung Heiliges Land, veränderten die christliche Kirche und unser Verständnis zum Islam und Nahen Osten, bis zum heutigen Tag.