Die Geistlichkeit — die Kirche

In der langen Zeit des Mittelalters schwankten auch die kirchlichen Instanzen zwischen manchen Hoch und Tiefs.

Immer wieder wurden grosse innerkirchliche Anstrengungen zur Erneuerung und Reformation mit Erfolg unternommen.

Ebenso zieht sich der Trennungsstreit zwischen Ost- und Westkirche (Konstantinopel und Rom) bis zur Eroberung/Plünderung von Konstantinopel/Byzanz durch die christlichen Armeen des vierten Kreuzzugs, wie ein roter Faden durch die Zeit.

Die höheren geistlichen Würdenträger waren oftmals «Zweitgeborene» (also nicht direkt Erbberechtigte) Adlige, die auf dem geistlichen Weg Karriere machen konnten. Naheliegenderweise waren solche Herren einer weltlichen Lebensweise keineswegs abgeneigt. Dies führte beinahe periodisch zur mahnenden Durchsetzung von streng einzuhaltenden Lebens- respektive Ordensregeln. Eine dieser grossen Reformanstrengungen kam vom Kloster Cluny in Paris und hatte europaweit einen erneuernden Einfluss.

Kirchliche Orden

Schon in der Frühzeit des Christentums entwickelten sich einzelne Glaubenstendenzen, diese haben aber nicht direkt mit den einzelnen Orden zu tun. Ein Orden basiert immer auf einem Gründervater / Gründermutter die durch ihr Vorbild Lebenssinn und Lebenswandel vorgaben und eine bestehende Glaubenstendenz übernahmen. Dieser Lebenswandel wurde in schriftlich abgefassten Regeln niedergelegt, und diese dienen oft noch heute als Richtlinie.

Bekannte Ordensgründer sind zum Beispiel Franz von Assisi, Benedikt, Ignacio de Loyola, aber auch jüngst, Mutter Theresa in Indien.

Diese Lebensregeln können ganz auf die Hingabe zum Mitmenschen(Pflege wie auch geistige Unterstützung), als Lehre zur Weitergabe von Wissen, aber auch auf das immerwährende, zurückgezogene Gebet zum Heil aller Menschen ausgerichtet sein.

Im 11. Jahrhundert konkretisieren sich militante Glaubensideen und führen zum Vertausch der christlichen Liebes- und Erlösungsbotschaft, zu Glaubensdurchsetzung mit Feuer und Schwert gegen jegliche Andersdenkende.

In der Folge des ersten Kreuzzugs und deren unkontrollierten Massakern entwickelten sich rasch die zwei ersten Ritterorden, deren Hauptaufgabe für lange Zeit die sogenannte Verteidigung des Christlichen Glaubensgutes durch das Schwert wurde.

Ruft man das Bild der drei mittelalterlichen Stände in Erinnerung, wird ersichtlich, dass sich sozusagen direkt zwischen Gottvater, den Papst in Rom und dem arbeitenden Volk ein Sublimat von geistlichem/adligem, ungebundenen Gotteskrieger herausbildet.

Mit der direkten Unterstellung des Ordens unter den Papst und der Überschüttung von Privilegien bildet sich der Papst eine eigene Streitmacht die mit ihren exterritorialen Besitzungen (Komtureien) über ganz Europa, dem Mittelmeerraum und dem nahen Osten einen wesentlichen Wirtschafts- und Machtfaktor darstellte.

Allerdings gelang diese Unterstellung keineswegs, die Ritterorden bewegen sich überaus selbständig. In manchen Perioden befehden sie sich gegenseitig, lehnen sich aus politischen und wirtschaftlichen Gründen gegen die europäische Kriegstreiberei im nahen Osten auf und sorgen nicht zuletzt für etwas Ruhe und Ordnung in dieser kriegsversehrten Gegend.

Auch betreiben beide Ritterorden verschiedene karitative Institutionen, wie zum Beispiel ein riesiges Spital (nahezu 2’000 Betten) durch den Johanniterorden in Jerusalem.