Zwinglis Herkunft und Leben,
Ereignisse in Zürich

1484

Am 1. Januar wird Huldrych Zwingli in Wildhaus geboren.
Sein Vater war, wie bereits der Grossvater, Talamtsmann, also verantwortlich für die Talschaft des Oberen Toggenburgs. Ihm unterstand auch die niedere Gerichtsbarkeit.
Zwingli war also keineswegs ein einfacher Bauernbub. Bereits als Fünfjähriger wird Zwingli zu einem Vetter nach Weesen in die Schule geschickt.

1498

Immatrikulation an der Universität Wien

1502

Besuch der Universität Basel, Besuch der Schule von Thomas Wyttenbach

1506

Zwingli legt das Magisterexamen ab. Im September tritt er die Stelle als Pfarrer von Glarus an.
Er wird in Konstanz vom Bischof zum Priester geweiht.
Am 29. September feiert er Primiz in Wildhaus.

1513

Zwingli zieht als Feldprediger mit den Glarner Söldnertruppen nach Italien und erlebt in dieser Funktion die Schlacht von Novara.
Zurückgekehrt lernt er Griechisch, um das Neue Testament im Urtext lesen zu können.

1515

Zwingli begleitet wiederum die Glarner Söldnertruppen auf ihrem Zug nach Marignano.
Probleme mit seinen Glarner Arbeitgebern, da er sich für die Sache des Papstes einsetzt, die Glarner aber eher dem französischen König und seinen Soldverträgen zuneigen.
Der päpstliche Legat Pucci verschafft Zwingli für seine Parteinahme eine Pension (Unterstützungsgeld).

1516

Im Frühling besucht Zwingli Erasmus in Basel.
Er kommt als Leutpriester nach Einsiedeln (= Geistlicher eines Klosters, der für die Predigt und Seelsorge der Laien zuständig ist).

1517

Zwingli lehnt eine Berufung nach Winterthur (Zürcher Untertanenstadt) ab.
Bis 1518 amtet er als Leutpriester im Kloster Einsiedeln.
Dazwischen macht er 1517 eine Pilgerfahrt nach Aachen

1519

Zwingli wird als Leutpriester an das Grossmünster berufen.
Er erkrankt an der Pest. Unter diesem Eindruck verändert sich seine Denkweise.
Die humanistisch geprägte Kritik weicht der Gewissheit, im Besitz der evangelischen Wahrheit zu sein.

1520

Erste eigene reformatorische Ansätze unter dem Einfluss von Luthers Schriften. Gleichzeitig Trennung bzw. Abkehr von der Geisteshaltung des Erasmus von Rotterdam und seines Kreises.
Zwingli schreibt das Pestlied.

1521

Er wird zum Chorherrn des Grossmünsters ernannt.

1522

Am 1. Fastensonntag (9. März) nimmt Zwingli mit Freunden im Hause des Druckers Froschauer an einem provokativen Wurstessen teil und verstösst damit öffentlich gegen das Fastengebot.
Verschiedene Disputationen mit Klerikern und Ordensleuten über die «Reine Lehre Gottes».

1522

Zwingli vertritt öffentlich, dass er in der Bibel keine Begründung für Leibeigenschaft und Zehnten finde.
Er wird vom Rat gemassregelt.
21. Juli: Zwingli muss sich gegenüber den Chorherren vor dem Zürcher Rat rechtfertigen.
Im Oktober fordert der Zürcher Rat in seinem Zehnten-Mandat: Steuern sind zu bezahlen!
10. Oktober: Zwingli legt in einer öffentlichen Kanzelerklärung sein kirchliches Amt als Leutpriester nieder.
Die Stadt Zürich bestätigt ihn umgehend in diesem Amt. Mit diesem Schritt besiegelt er den Bruch mit der römisch-katholischen Kirche.

1523

29. Januar:
1. Zürcher Disputation September: Neugestaltung der Ordnung am Grossmünster 26.-28. Oktober:
2. Zürcher Disputation über die Bilderverehrung und die Feier der Messe.
17. November: Herausgabe der Schrift «Kurze christliche Einleitung»

1524

Januar: Disputation mit altgläubigen Chorherren Aufhebung der Prozessionen durch den Zürcher Rat
2. April: offizielle Trauung mit Anna Reichhart.
April: Tagsatzung zu Luzern; Beschwerde der Bischöfe; Vereinigung der 5 inneren Orte zur Abwehr der Reformation in Beckenried.
Juni: Bildersturm mit Entfernung der Bilder und Statuen aus den Kirchen von Zürich und danach aus jenen der Landschaft.
24. Oktober: Aufhebung der Fraumünsterabtei

1525

Januar: Aufhebung der Klöster und der Armenordnung Disputation mit Gegnern der Kindertaufe.
März: Zwingli verwirft die leibliche Gegenwart Christi im Abendmahl
13. April (Gründonnerstag) Abschaffung der Messe und Neuregelung der Abendmahlsfeier
10. Mai: Ehegerichtsordnung
August: Ratsmandat zur politischen und wirtschaftlichen Neuordnung

1526

19. Mai — 9. Juni: Disputation von Baden, durch die Tagsatzung einberufen. Das Ziel, die Glaubenseinheit in der Eidgenossenschaft wiederherzustellen, wird nicht erreicht. Der unklare Ausgang führt erst recht zu einer Spaltung.
Zwingli entwickelt u.A. den Plan eines Feldzugs gegen die Innerschweizer Orte.

1527

Oktober: Hinrichtung des Wiedertäufers Konrad Grebel in Zürich
Dezember: Zürich schliesst ein Christliches Burgrecht mit Konstanz, danach auch mit den Städten Bern, St. Gallen (1528), Basel, Biel, Schaffhausen (1529) und Strassburg (1530).

1528

6.-26. Januar: Berner Disputation und Einführung der Reformation in Bern am 7. Februar.
21. April: Erste Synode in Zürich

1529

Reformation in Basel durch Johannes Oekolampad im St.Galler Klostersturm unterstützt Zürich die Besetzung der Klostergüter.
22. April: Abschluss der «Christlichen Vereinigung» der 5 Inneren Orte mit König Ferdinand I.
Ende Mai: Zwingli schreibt den «Ratschlag über den Krieg»
9. Juni: 1. Kappeler Feldzug (Kappeler Milchsuppe)
26. Juni: 1. Kappeler Landfrieden September: Reformation in Schaffhausen
1. - 4. Oktober: Marburger Disputation mit Luther

1530

23. August: «Grosses Sittenmandat» in Zürich November: Bündnis Zürichs mit Hessen

1531

Mai: Lebensmittelblockade gegen die 5 Inneren Orte, die aber im Oktober durch Bern gebrochen wird.
Juli: Rücktrittsangebot Zwinglis
Oktober: Zürcher Bibel erscheint, die sog. Zwingli-Bibel
9. Oktober: Kriegserklärung der 5 Orte
11. Oktober: 2. Schlacht bei Kappel und Tod Zwinglis und Schmids in der Schlacht.
Nachfolgend Schlacht am Gubel mit militärischer Niederlage der Zürcher und ihrer Verbündeten.