Lebenszeugnisse von Konrad Schmid

Wie bereits gesagt, ist von Konrad Schmid handschriftlich noch wenig bekannt. Was wir aber kennen, ist die sogenannte Bestallungsurkunde (Arbeits- und Anstellungsvertrag) von Konrad Schmid als neuem Komtur von Küsnacht.

Das Dokument ist vom deutschen Ordensmeister Johann von Hattstein selbst gesiegelt und beinhaltet nicht nur die Wahlbestätigung von Schmid als Kom-tur, sondern gibt detailliert dessen Aufgabenpensum bekannt. Die Urkunde datiert vom 4. August 1520.

Einen weiteren biographischen Beleg bildet das Küsnachter Jahrzeitbuch von 1512, das glücklicherweise den gesamten Umbruch der Reformation und späterer Jahre bis heute überdauert hat.

Hier findet sich am 9. Februar 1512, am Tag der heiligen Jungfrau Apollonia der Eintrag:

«brüder Cünrad schmid conventual dis gotzhus
Cunrad schmid und anna Kaltbrunnerin
parentes eius
Jacob Felix Hans Jörg Heinrich Gerald schmid
sine brüder gretta Frena regula schmid sine
schwestern alle sine Fordren und Gütteren
ist geordnet 1 libum (Pfund) geltz und Seelmess»

Wer hätte das gedacht? Sozusagen in letzter Minute — zwei Wochen vor Ausstellungseröffnung — fanden sich in der Zentralbibliothek Zürich dank grossartiger Unterstützung durch den dortigen Mitarbeiterstab nicht nur die verschollen geglaubte Abschrift der Biographie, sondern auch die Original-autobiographie von Konrad Schmid.

Hier der Wortlaut der kurzen Autobiographie:

1519, im Jahre unserer Erneuerung, am Festtag der Reinigung, verschied durch die Macht des Schicksals der ehrwürdige Bruder Andreas Gubelmann, Komtur dieses Hauses. Und ich, Bruder Komtur Schmid, der ich auch von Küsnacht war, Magister der Philosophie und Lizentiat der heiligen Wissen-schaften, wurde durch den gemeinsamen Ratschluss der Brüder zum Komtur gewählt, und zwar im erwähnten Jahr am fünften Feiertag vor dem Fest des heiligen Gregor. Konventsbrüder waren Heinrich Kilchsperger von Rapperswil, Bruder Mathias Schmid von Uster sowie Bruder Laurentius Kohler, Magister der Philosophie und Leutpriester in Egg, von Zürich. Ich stand damals in meinem dreiundvierzigsten Jahre. -

Im Jahr 1519, am Sonntag vor dem Fest des heiligen Ulrich, wurde vor der Türe dieses Hauses von Söhnen des Unrechts aus der Sippe der Wetlich auf verabscheuungswürdige und unmenschliche Weise ein Priester getötet, der uns als Mitarbeiter im christlichen Glauben diente, mit Namen Heinrich Feusi von Kloten. Seine sterbliche Hülle ruht vor dem Altar des heiligen Nikolaus in unserer Kirche zu Küsnacht.