Komtur Konrad Schmid,
Herkunft und Leben

1476

Konrad Schmid wird in Küsnacht, als Sohn einer der fünf in Küsnacht ansässigen Familien Schmid, geboren. Dem Ehepaar Schmid-Kaltbrunner werden insgesamt 3 Töchter und 7 Knaben geschenkt.
Konrad besucht vermutlich die Schule an der JohanniterKomturei Küsnacht und eine der städtischen Schulen in Zürich.
Danach folgt ein Universitätsstudium.

1505

Schmid erlangt den Titel eines Magisters der «Freien Künste» (Geisteswissenschaften) an der Universität Tübingen. Um diese Zeit herum Eintritt in den Johanniterorden.

1512

Eintrag ins Küsnachter Jahrzeitenbuch als Stifter einer Seelenmesse für Vorfahren, Eltern und Geschwister.
Studium der Theologie an der Universität Basel.

1515/16

Abschluss des Theologiestudiums
Amtseinsetzung durch den Bischof Hugo von Konstanz

1517

21. April: Einsatz als Geistlicher in der Pfarrei Seengen, die zur Komturei Küsnacht gehörte.

1519

Tod des Komturs Andreas Gubelmann in Küsnacht.
Schmid und Zwingli müssen sich zu diesem Zeitpunkt bereits gut gekannt haben. In einem Brief ist von einem Buch mit reformatorischem Inhalt die Rede, das Zwingli Schmid geschenkt hat.

1520

4. August. Offizielle Einsetzung von Konrad Schmid als Komtur durch den deutschen Ordensmeister Johann von Hattstein.
Von diesem Jahr an predigt Schmid des öfteren an Zwinglis Stelle im Grossmünster. Schmid scheint ein hervorragender Rhetoriker und einfühlsamer Prediger gewesen zu sein.

1522

März: Schmid wird als Festprediger zur berühmten Musegg-Prozession nach Luzern eingeladen, die zum Angedenken an den grossen Stadtbrand stattfindet. Es handelt sich um eine der grössten Prozessionen in der Innerschweiz mit 3'000 bis 5'000 Beteiligten. Schmid hält die Predigt auf Deutsch, an Stelle des üblichen Lateins, so dass ihn alle verstehen können. Die Predigt löst grosse Zustimmung und heftigen Protest aus. Sie gilt als Auftakt zur Innerschweizer Reformbewegung.
21.Juli: Zwingli muss sich gegenüber den Chorherren vor dem Zürcher-Rat verantworten. Schmid, «ein gelehrter man mit grosser stimm», setzt sich für die freie Rede auf der Basis des Evangeliums ein.
September: Predigt am Fest der Engelweihe in Einsiedeln, zusammen mit Zwingli und Leo Jud, dem Leutpriester von Einsiedeln und späteren Pfarrer von St. Peter in Zürich.

1523

29. Januar: 1. Zürcher Disputation.
26.-28. Oktober: 2. Zürcher Disputation über die Bilderverehrung und die Feier der Messe. Schmid wehrt sich gegen die radikale Abschaffung der Bilderverehrung und gegen die Vernichtung der Bilder.
Zwingli veröffentlicht am 17. November auf Verlangen Schmids seine «Kurze christliche Einleitung». Sie ist die Zusammenfassung der neuen Lehre Zwinglis.

1524

Aufhebung der Prozessionen durch den Zürcher Rat. Am Palmsonntag predigt Schmid an der letzten Zürcher Prozession auf dem Lindenhof in Zürich.
Klage des Klosters Engelberg an der Tagsatzung gegen Küsnacht und dessen Komtur: Er ziehe den Zehnten nicht ein, bzw. er hetze die Leute gegen diese Abgabe auf. Im Gegensatz zu Zwingli lehnt Schmid den Zehnten nicht ab. Er rechtfertigt sich und beweist, dass die Anschuldigungen unrichtig sind.

1525

Schmid leitet in Zürich eine Disputation mit Wiedertäufern

1527

Denkschrift gegen die Wiedertäuferei

1528

Berner Disputation: Teilnahme Schmids als einer der drei Vorsitzenden. Schmid arbeitet eng mit Zwingli, Vadian und Oekolampad zusammen

1529

1. Kappeler Krieg und 1. Kappeler Landfrieden
1. - 4. Oktober Marburger Disputation Zwingli mit Luther. Schmid vertritt Zwingli am Grossmünster.

1530

Ostern, hielt er in Küsnacht das Abendmahl

1531

9. Oktober: Kriegserklärung der 5 Orte
11. Oktober: 2. Schlacht bei Kappel, in der Schmid und Zwingli ums Leben kommen.

Conrad Ferdinand Meyer setzt Konrad Schmid ein Denkmal im Gedicht «Der Rappe des Komturs» Der geplante Roman blieb aber Fragment.