Die Römer in der Schweiz

Die römische Geschichte für das Gebiet der heutigen Schweiz beginnt eigentlich erst mit der sagenumwobenen Schlacht bei Bibrakte um 58 v. Chr.

Unter Führung von Julius Cäsar kämpften verschiedene Legionen gegen diese in Richtung Südfrankreich auswanderungswilligen Stämme der Helvetier und Rauriker und besiegten diese.

Die römischen Legionen sind siegreich aus der Schlacht, genauer aus den Schlachten hervorgegangen. Trotzdem besetzten sie das ehemalige Wohngebiet der Helvetier nicht, sondern gründeten nur zwei Kolonien: Nyon (Iulia Equestris) und Augst bei Basel (Augusta Raurica). Die Römer schlossen mit den einzelnen Stämmen Friedensverträge ab und trieben teilweise Handel. Das helvetische Gebiet, also auch die Schweiz, blieb aber, mit Ausnahme von Genf, weiterhin ausserhalb des Römischen Reichs.

Im Jahre 15 vor Chr., rund 40 Jahre nach dem Vorstoss von Caesar unternahmen die beiden Feldherren Drusus und Tiberius im Auftrag des Kaisers Augustus Eroberungsfeldzüge über die Bündner Pässe. Sie sicherten damit die Alpenübergänge und stiessen zunächst dem Rhein entlang in das nördliche Alpenvorland bis zur Donau vor. Damit geriet das Gebiet der heutigen Schweiz unter römische Herrschaft.

Das neu besetzte Gebiet wurde mit militärischen Wachtposten entlang den wichtigen Einfallachsen und entlang der Grenze gesichert (z.B. Wachttürme am Walensee).

Dem militärischen Expansionsdrang der römischen Feldherren wurden aber in den Jahren 9 — 6 v.Chr. Grenzen gesetzt. Aufstände keltischer Stämme zwischen Wien und Donau mussten niedergeschlagen werden. Damit wurden wichtige Truppenkörper von der Grenze abgezogen. In der sogenannten Varus-Schlacht in der Nähe des Teutoburger Waldes (nahe der holländischen Grenze, 9 v. Chr.) griffen aufständische germanische Stämme eine römische Armee an und töteten über 20'000 römische


Der römische Expansionsdrang war damit vorerst gestoppt. Die römischen Legionen zogen sich hinter den Rhein zurück. Das eroberte Gebiet wurde nun an strategisch wichtigen Schnittpunkten durch Legionslager gesichert, zum Beispiel Vindonissa (Windisch bei Brugg) um 17 n. Chr..


Das Schweizer Territorium wurde schrittweise romanisiert, und verschiedene Siedlungen und viele Gutshöfe wurden gegründet. Zum Teil wurden frühere Siedlungsplätze wiederverwendet.


69 n. Chr.: Aufstände der Helvetier wurden durch die obergermanischen Legionen blutig niedergeschlagen, die Siedlung Aquae Helveticae, das heutige Baden fiel der Zerstörung anheim.


Um 69 – 79 n. Chr.: wird die bereits bestehende Siedlung Aventicum zur Kolonie und mit einer Stadtmauer gesichert.


73-74 n. Chr.: Eroberung des rechtsrheinischen Geländes (Deutschland), Strassenbau durch den Schwarzwald.


101 n. Chr.:
Abzug der Legion von Vindonissa, die heutige Schweiz wird mehr und mehr Etappenort, d.h. das Hinterland und verliert an militärischer Bedeutung.


Um 177 n. Chr.: Verschiedene Aufstände, die ev. Auswirkungen auf die Schweiz gehabt haben könnten. Truppen schleppen die Pest ein. Christenverfolgung in Lyon.


233 n. Chr.:
Einfall alamannischer Stämme nach Obergermanien und Raetien.


260 - 270 n. Chr.: Grosse Alamanneneinfälle, verschiedene Vorstösse bis in die Westschweiz ämpfe auch in Augusta Raurica, die Bevölkerung errichtet Fluchtburgen.


Kaiser Diocletian organisierte 284-305 n. Chr. das römische Imperium neu. Er liess entlang der Donau-Iller-Grenze viele kleine Kastelle und Wachttürme bauen und reorganisierte das römische Heer. Zum Ausbau der militärischen Festungen gehörte auch die Errichtung der Kastelle von Oberwinterthur und Stein am Rhein.

ömer siegen in der Schlacht bei Vindonissa.


313 n. Chr.: Das Mailänder Edikt, unter den Kaisern Constantinus I und Licinus, garantiert ömischen Bürgern die Glaubensfreiheit.


352 n. Chr.: Wiederum grössere Kämpfe und Belagerungen, das vorzüglich bewehrte Kastell bei Augst wird von den Alamannen zerstört. (Der berühmte Silberschatz von Augst wird zu dieser Zeit vergraben.)


369 n. Chr.: Valentinian I ordnet die Befestigung der Rheingrenze an.


Ab 370 n. Chr.: erfolgt in mehreren Wellen eine Völkerwanderung von Ost nach West. Das Reitervolk der Hunnen (ursprünglich aus China/Mongolei stammend) schob sozusagen mehrere von ihnen geschlagene Völker vor sich her und löste damit eine Kettenreaktion aus.


391 n. Chr.: Verbot der heidnischen Glaubensrichtungen unter Kaiser Theodosius I, das Christentum wird Staatsreligion.


395 n. Chr.: Reichsteilung, Oströmisches (mit Istanbul als Hauptstadt) und Weströmisches Reich (mit Rom als Hauptstadt).


401 n. Chr.: Abzug der römischen Truppen aus dem Gebiet der Schweiz. Grenzschutz durch verbündete germanische Truppen.


406 n.Chr.: Wiederum grosse Einfälle germanischer Stämme, alle grösseren Grenz-Festungen entlang dem Rhein werden vernichtet.


436 n. Chr.: Die Reiterarmee der Hunnen vernichtet das Reich der Burgunder.


Der Untergang des Weströmischen Reiches (476 n.Chr.) war ein langsamer Auflösungsprozess. Germaneneinfälle aus dem Norden, wirtschaftliche Probleme und bürgerkriegsähnliche Zustände in Teilen des Reichs führten zu grossflächigen Verwüstungen und Abwanderungen. Die verbleibende Bevölkerung zog sich in befestigte Siedlungen zurück.


Als die Hunnen 451 n.Chr. den Rhein überschritten, kam es wohl kurzfristig zu einem Zusammenschluss aller ansässigen Kräfte gegenüber den eindringenden Reitervölker. Nach dem Sieg über die Hunnen, auf den Katalaunischen Feldern (Frankreich), begannen wiederum interne kriegerische Auseinandersetzungen zwischen ansässigen Römern, Germanen und Alamannen.


454 n. Chr.:Ermordung des römischen Heerführers Aëtius. Damit endete de facto die römische Herrschaft auf Schweizer Gebiet.