Zeitabschnitte: Technischer Fortschritt

  • Um 1880 erfand der Franzose Raoul Marcel die moderne Ondulation mittels Brennschere, die eine gleichmässige Wellung des Haares ermöglichte.
  • Verschiedene Techniken mit Brenneisen waren aber schon seit dem Altertum bekannt.
  • 1883 erstes Oxydations-Haarfärbemittel in Frankreich patentiert.
  • Um 1880 in Deutschland erste handbetriebene Haarschneidemaschine erwähnt.
  • Ab 1900 allmählicher Einzug der Elektrotechnik beim Coiffeur (Warmwasseraufbereitung, Beleuchtung, Haartrockner).
  • 1901 lässt der Amerikaner Gillette seinen Sicherheits-Rasierapparat mit auswechselbarer Klinge patentieren. Damit beginnt eine Umwälzung im Männergeschäft; der Gang zum «Barbier» oder das tägliche Rufenlassen eines solchen, um seine Bartstoppeln loszuwerden entfiel. Das Rasieren konnte nun gefahrlos selbst gemacht werden.
  • 1903 mischte der Drogist Hans Schwarzkopf aus Berlin ein erstes «Shampoon»; bisher gab es kein spezielles Haarwaschmittel. Dieses Shampoo hatte allerdings noch den gleichen Nachteil wie alle anderen Seifenprodukte:
    Der im Wasser enthaltene Kalk verband sich mit der Seife zu Kalkseife und lagerte sich als «Grauschleier» am gewaschenen Haar ab.
  • 1906 entwickelt der Deutsche Karl Nessler das Dauerwell-Verfahren (für lebendes Haar) und konstruiert die ersten elektrischen Apparate dazu.
  • 1920 erfindet der Franzose René Rambaud das Legen von Wasserwellen.
  • Um 1920 werden die ersten Hand-Haartrocknungsgeräte (Fön) auf dem Markt angeboten. Ebenfalls zu dieser Zeit gelangen erste elektrische Rasierapparate in den Verkauf.
  • 1924 erprobt der Deutsche Friseur Joseph Meyer aus Karlsbad die erste Dauerwell-Flachwicklung.
  • Um 1925 wird die elektrisch betriebene Haarschneidemaschine erfunden.
  • 1928 Erfindung der Effilierschere, für das Ausdünnen von Haarpartien.
  • 1933 bringt die Deutsche Firma Schwarzkopf das seifenfreie, synthetische Haarwaschmittel «Onalkali» heraus. Dies verhindert erstmals den durch die Kalkseife entstehenden «Grauschleier» des Haares.
  • Ab 1948 bringt die aus den USA kommende sog. «Kaltwelle» eine wesentliche Vereinfachung des Dauerwellsystems. Die Haare werden nicht mehr gekocht, sondern nur noch gewärmt; die chemische Erweichung und nachträgliche Stabilisierung des Haares wird zunehmend haar- und hautfreundlich.
  • 1950 ca. kommt die Frisiercreme auf den Markt. Sie enthält wie ihre Vorgängerprodukte (Pomade und Brillantine) Fett, ist jedoch auf Emulsionsbasis, zusammen mit Wasser, aufgebaut. Dies verhindert ein starkes Fetten und fixiert das Haar besser.
  • Um die gleiche Zeit kommt der Haarspray auf. Das vom Amerikaner Lyle David Goodhoe 1941 erfundene Aerosol-Sprayverfahren ersetzt die bisherigen Pump-Zerstäuber. Der anfänglich noch sehr teure Haarspray (1952 ca. Fr. 9.—), wird innert wenigen Jahren ein billiges Massenprodukt.
  • Mit der Erfindung des «Lockwell-Wicklers» und weiteren praktischen Lockenwicklern (für Wasserwellen) um 1950—55 erfolgt der Durchbruch der Dauerwelltechnik. Die Dauerwelle wird Grundlage der meisten Damenfrisuren, da die nachträgliche Formgebung mit den Lockenwicklern stark vereinfacht wird.
  • 1955 stellt der Franzose Georges Hardy eine neue Variante des Messerhaarschnitts vor. Dazu benutzt er ein dazu verbessertes Effiliergerät, bzw. -messer (Sifter).
  • Ab 1960 ermöglichen verschiedenste Elektrogeräte ein Glätten, Locken, Kreppen usw. der Haare.
  • Der 1963 von Vidal Sassoon bewirkte Bruch mit der bisherigen Formung und Fixierung des Haares mit Akzentuierung auf den Haarschnitt und damit verbunden den natürlichen Fall des Haares, bringt wohl keine «neuen technischen Gerätschaften» (ausser spez. Haarschneideschere), wohl aber andere grosse Veränderungen.
  • Der bisherige, wöchentliche Coiffurebesuch zum «Waschen/Legen», ändert sich in «Schneiden/Waschen/Legen» und nimmt durch die einfachere Frisierbarkeit des Haares, (home, do it yourself) in seiner Häufigkeit ab.
  • Verschiedene Infrarot-Trockenhauben und weitere technische Trocknungssysteme.
  • Heimprodukte ermöglichen es praktisch alle Coiffeur-Techniken zu Hause, mehr oder weniger geglückt, nach zu vollziehen.
  • Um 1975 Entwicklung von Gummi-Strähnchenhauben, sie ermöglicht feinste Mèchen.
  • Ab 1995 werden vermehrt Zweit-Produktelinien mit «natürlichen» Pflege- und Colorationsstoffe lanciert.
  • Haarverlängerung und -verdichtung, mittels einzelner Strähnchen.
  • 1997 Haarschneidegerät mit punktueller Wärmeversieglung der Schnittfläche. Dieses Gerät wurde aus der Medizinaltechnik entwickelt.