Schmuck aus Haaren

Eine ganze Industrie befasste sich zeitweise intensiv mit der Verarbeitung von Haaren. Zu den bekanntesten Produkten aus dieser Zeit gehören Grossvaters Haar-Uhrenkette und die in Anhängermedaillons gefasste Haarlocke.

Die Vielfalt von Schmuckgegenständen ist beinahe unendlich. Letzte Überreste dieser Schmuckmanufakturen finden sich heute noch im Trachtenwesen, zum Beispiel im Kanton Appenzell.

Das Exvoto – vereinfacht das Erinnerungsbild, vom Freund, vom Liebhaber oder auch von Verstorbenen.
Diese bildlichen Darstellungen gehen von der einzelnen Haarlocke der Bezugsperson über zu rein formalen, dekorativen Erinnerungsbildern bis hin zu Landschaftsdarstellungen hinter Glas aus geschnittenem und gemahlenem verschiedenfarbigem Haar.

Der Coiffeur war der Ansprechpartner und scheinbare Produzent solcher Kunstwerke. In der Realität waren die überbrachten Haare oftmals ungeeignet, zum Beispiel zu spröde, durch lange Krankheit des Trägers, um verarbeitet zu werden.
So war der Coiffeur gezwungen, aus dem grossen Sortiment von Ganz- und Halbfabrikaten direkt ab Katalog zu bestellen, um dem Kundenwunsch und auch seinem fachlichen Ansehen gerecht zu werden.

Der Coiffeur spielte sogar über viele Jahrzehnte hinweg mit Schnitthaaren sozusagen den Puppendoktor und behaarte die unzähligen durch Kinderhände kahl geschorenen Puppenköpfe wieder neu.