Körperschmuck – Bodypainting

Seit dem Fund der Gletscherleiche «Ötzi» wissen wir, dass selbst in unseren Breitengraden schon vor mehr als 5000 Jahren Tattoos üblich waren. Ob Mode, Stammes- oder Clanzeichen, Auszeichnung oder spiritueller Rang sei dahingestellt. Auch heute lassen sich Tattoo-Träger nicht einfach «schubladisieren».

Die Grenzen der «Körperbemalung», das Tragen von Körperschmuck sind in ihrem Ausdruck, im Motiv und in der Technik fliessend und oftmals kaum auseinander zu halten.
So ist das Permanent-Make-up und das Henna («Mendi» in der Sprache Hindi) – etwas dauerhafter, hingegen das Bodypainting, mit dem Airbrush aufgetragen, meist direkt abwaschbar. Ebenfalls kurzfristig ist das Tages- oder Abend-Make-up.
Permanent sind Tattoos, wobei verschiedene Farbpigmente tief in die Hautschichten eingebracht werden.

Körperschmuck ist natürlich auch der ganz gewöhnliche Ohrstecker beziehungsweise das dazu gestochene Ohrloch. Dieses «verheilte» Loch kann mit Schmuck in wechselnder Grösse, Form und Farbe bestückt werden.
Damit ist eine der grundlegenden Möglichkeiten des gesamten Piercing-Bereichs aufgezeigt: wandelbar, je nach Lust und Laune.

Sofern von einer Fachperson gestochen, verbleibt nach der Entfernung des Schmuckstücks kaum eine sichtbare Narbe, ganz im Gegensatz zu den «lebenslänglichen» Tattoos.
Allerdings verlangt das Tragen jeglichen Körper-Piercings immer eine gewisse Hygiene, und an manchen Körperstellen sollte man sich die Sache vorher sehr genau überlegen.

Zu berücksichtigen ist natürlich das «Machenlassen» an sich. Wir kennen alle das Gefühl beim Kauf eines schönen Kleides, eines prächtigen Schmuckstücks. Um ein vielfaches stärker sind die Gefühle, gepierct oder tätowiert zu werden.

Körperschmuck – die Grenzen sind fliessend: seien es farblich getönte Kontaktlinsen oder in die Haut eingebrannte grafische Zeichen, die sogenannten Brandings.
Die Formung der Lippen mittels Aufspritzung und Einlegen von Goretex-Faden oder ein einfaches, ornamentales Implantat unter der Haut. Die formale Veränderung des Körpers durch Schönheitschirurgen oder durch spezielle Studios – Medizin oder Schmuck.

Diese Beispiele sollen aufzeigen, wie schnell wir innerlich zwischen gewohnt, also gesellschaftlich anerkannt, und tabu unterscheiden.

Sicher ist Folgendes: Der medizinische Fortschritt ermöglicht schon heute, und noch viel mehr in Zukunft, Körperschmuck und Körpermodulationen von unglaublicher Prägnanz. Veränderungen, bei denen wir heute noch mit Skepsis reagieren, werden wohl in wenigen Jahren und Jahrzehnten in jedem Kosmetiksalon oder Wellnesszentrum in der einen oder anderen Form im Angebot zu finden sein.